Einwand 1:

Die Steuer auf Kapitalerträge ist nicht berücksichtigt

Stimmt. Es geht hier nur darum zu zeigen, welche Geldmenge bei den Versicherungskonzernen mit der Riesterrente auflaufen und diese wiederum die Zinsen, Zinseszinsen und vor allem mein ganzes Kapital nach meinem (von deren Warte aus hoffentlich möglichst raschen Ableben) vereinnahmen, um mich mit einem Almosen abzuspeisen. Dass der Ehepartner erben kann ist nur ein geringer Trost. Soweit ich weiss erben die Kinder nicht mehr, ohne dass man die Förderung zurückzahlen muß. Merkwürdigerweise müssen das die Versicherer nicht, die dann das Geld erben!

Also nach dem Tod der Ehegatten ist das Geld endgültig weg. Das ganze Modell ist vorsätzlich so konstruiert und verschiebt riesige Milliardensummen von uns an die Versicherer!

Einwand 2:

Die Versicherungskonzerne geben ja auch immer noch mögliche, viel höhere Riesterrentenbeträge an. Diese heißen dann: Prognostizierte mögliche Rente oder ähnlich.

Richtig! Aber die werden Sie nicht kriegen! Die Finanzkrise zeigt uns ja gerade, welche Rendite wir erhalten. Wenn die Versicherung pleite geht ist auch mein Vertrag perdu. Im Gesetz steht nichts davon, dass das Geld mir persönlich gehört, also geschützt wäre, da die Versicherung/Bank ein Leistungsversprechen abgibt. Falls jemand einen anderen Vertrag kennt, der so eine Klausel enthält wäre ich froh, wenn er mir diesen mailen könnte. Dann kann ich das hier ändern.

Außerdem ist schon der Begriff irreführend. Entweder ist etwas garantiert oder möglich. Beides geht nicht. Da Sie diesen Betrag nur erhalten, wenn wirklich alles super läuft, macht der Begriff "möglich" die Sache juristisch nicht angreifbar, da ja nur der garantierte Betrag zugesichert wurde.

Das mit dem möglichen Mehr läuft nämlich so, wie bei den Berlindarlehen (die Älteren kennen das noch). Da wurde auch mit hohen Zinsen über 25 Jahre geworben, ein dickes Disagio abgezogen und dann nach 12 Jahren der Vertrag einseitig gekündigt. Somit war die Rendite dann nur noch mickrig, das Disagio weg und der Kunde, also wir, der Dumme. Und der Versicherer muss nur garantieren, dass Ihre Einzahlungen bei Rentenbeginn zur Verfügung stehen. Mehr nicht.

Warum soll ein Konzern ausgerechnet Ihnen Geld schenken? Die Vorstände müssen Profit machen für die Aktionäre (neudeutsch shareholder value) und vor allem für ihre Boni! Also nochmals. Das einzige was Sie maximal erwarten können, ist Ihre garantierte Rente, wenn alles gut läuft und die Konzerne sich nicht faule Kredite von den Amis andrehen lassen. Wenn doch, dann können Sie froh sein, wenn Sie überhaupt noch was kriegen, nach einer Vollpleite. Und die ist nicht so unwahrscheinlich, wie die Beispiele aus UK und USA und der derzeitigen Finanzkrise. Und Ihre Rente ist, wie Sie auf den Berechnungen nachlesen können, so mickrig, dass Sie davon sicher nicht reich werden. Wie schon oben erwähnt. 50 bis 91% der Gelder gehen an die Konzerne!! Der Rest ist für Sie! Und das soll ein Geschäft sein. Beim Roulette haben Sie wenigstens knapp 50% Chance.

Ich möchte hier keine Konzernschelte betreiben, aber es geht um Ihr Geld (ich werde keine Riesterrente abschliessen) und wir sollen sogar gezwungen werden, eine Riesterrente abzuschließen. Da krieg ich einen dicken Hals!

Einwand 3:

Ich zahl ja nur einen Teil der Summe, der Rest kommt ja vom Staat!

Stimmt! Und doch Falsch! Klar zahlen Sie nur einen Teil direkt. Aber wer ist denn der Staat? Sie und ich. Den Zulagenteil zahlen Sie dem Staat über Ihre Steuern und der gibt es dann den Konzernen, angeblich für Sie. Aber dieses Geld haben Sie vorher als Steuern schon mal abgedrückt. Nur die Steuerersparnis ist noch ein eigenes Plus.
Ergo: Sie zahlen fast alles selbst. Und wenn Sie dann die Zahlen sehen, dann können Sie sich vorstellen, warum sich die Konzernbosse jedes Jahr über uns Dumme freuen und am Ende des Jahres die Sektkorken knallen lassen. Die Lobbyisten haben da super Arbeit abgeliefert. Chapeau! Also nochmals: Wir hätten mehr davon, wenn wir die staatliche Zulage(diese ist ja auch ein Art Steuerabzug) als generellen Steuerrabatt bekommen würden oder auf ein Sperrkonto einzahlen könnten. Dann könnten wir das Geld wenigsten gleich zu Rentenbeginn ausgeben. Und noch eins drauf: Das Ganze rechnet sich nicht mal, wenn ich bei der Selbstanlage nur meine Zahlungen (ohne Steuervorteil/Zulage) annehme. Der Teil Zulagen (also die gesparten Steuern die ich einzahle) bleibt direkt bei den Versicherern.

Und ganz wichtig: Sie kriegen noch nicht mal mehr Ihr selbst eingezahltes Geld raus! Rechne einfach nach oder sehen Sie sich die Angebote an, die ich bekommen habe für verschiedene Lebensläufe. Diese finden Sie im Kapitel Dokumente.

Einwand 4:

Die garantieren mir die Rente ja lebenslänglich.

Richtig. Das machen Ihre festverzinsliche Bundesanleihe auch, solange Sie nicht an die Kapitalsubstanz gehen. Und wenn der Staat Pleite geht, dann ist Ihre Riesterrente ohnehin nichts wert, weil dann das Geld nichts mehr wert ist. Das macht dann auch keinen Unterschied.

Einwand 5:

Ich hab ja z.B. eine 10 jährige Mindestrentendauer, auch wenn ich vorher ablebe oder etwas Ähnliches.

Richtig. Aber eine Mindestrentendauer haben Ihre Erben auch, wenn Sie deine Bundesanleihen nicht auflösen. Die Konzerne kriegen das Geld eben nur später. Die Zinsen bekommen Sie aus Ihrem Vermögen und in der Regel sogar mehr als sie Ihnen garantieren. Und außerdem kalkulieren diese über den Durchschnitt nach einer für sie günstigeren Sterbetafel (Infos über die Sterbetafel können Sie beim statistischen Bundesamt nachlesen und bei den Versicherungsverbänden). Im Monitorbeitrag vom 22. Mai wurde dazu einiges angemerkt. Brancheninsider haben mir gemailt, dass die Versicherungen mit 100 Jahren Lebenserwartung kalkulieren.

Einwand 6:

Du hast eben Pech gehabt mit den geringen Renten.

Könnte theoretisch sein. Aber selbst der beste Anbieter liegt noch unter meiner Kalkulation mit 4,5%. Ist also nicht wirklich attraktiv. Nochmals: Ihre Erben kriegen die angesparte Summe ja nicht wieder!!! Das müssen Sie immer bedenken. Wir haben das mal bei einem jungen Bekannten von uns durchgespielt. Der sammelt über die 39 Jahre, wo er noch einzahlen muss über 100 000 Euro (bei 4,5%) und über 150 000 Euro (bei 6%) an. Das bleibt dann bei den Konzernen, wenn er stirbt. Die Rente zahlen die Versicherer aus den Zinsen. Das ist doch ein risikoloses Geschäft, oder? Sehen Sie sich auch mein Beispiel des heute 30jährigen Familienvaters mit 30T Euro Einkommen an. Dann staunen Sie, was da so an Zinseszinsen auflaufen.

Einwand 7:

Es gibt ja auch Verträge mit Optionen, Aktien etc. Da kriegt man doch viel mehr.

Stimmt nicht. Wenn Sie mehr kriegen, dann nur, wenn Ihre Versicherung noch viel mehr kriegt. Sie bekommen nur das wirklich, was garantiert ist. Alles andere bestimmen Leute, die nur am Profit aus Ihrem Geld interessiert sind. Wie das berechnet wird, wird nicht offengelegt. Warum auch. Wenn die Versicherer die falschen Aktien kaufen, von dem Geld das uns gehört, kriegen wir halt weniger. Für die gibt es keine Probleme. Wenn Sie wirklich zocken wollen, können Sie Ihr Riesterrentengeld auch selbst in Zertifikate, Optionen, Hedgefonds oder sonstigen Müll investieren. Verzocken kannst ich es auch selbst. Glauben Sie nicht? Dann sag ich einfach: Subprime Krise. Wissen Sie wie viel Geld Ihr Versicherer dort versenkt hat? Dann studieren Sie mal in den nächsten Monaten die Bilanzen. Da wird wahrscheinlich noch einiges hoch kommen. Z.B. hat die Allianz noch eine Bank im Gepäck, die da auch drin steckt.

Und bei Geld, das sicher sein muss gilt die alte Weisheit: Halte dich an das Vorgehen der Kirche. Lieber weniger, dafür umso sicherer!! Ihr Rentengeld müssen Sie sicher anlegen. Sonst kann es sein, dass Sie im Alter die Suppenküchen bereichern! Das soll ja durchaus kommunikativ sein und völlig neue Perspektiven eröffnen.

Einwand 8:

Wenn das wirklich stimmt, was Sie da vorrechnen. Warum loben dann alle die Riesterrente?

Das frage ich mich auch. Und zwar schon seit einem Jahr!!!! Deshalb hab ich nun einfach diese Seite gemacht, damit mir jemand beweisen kann, dass das wirklich ein gutes Geschäft ist, eine Riesterrente abzuschließen. Ich vermute die plappern einfach nur nach, was die Lobbyisten vorplappern. Siehe auch  bei den Dokumenten. Ausserdem profitieren viele davon. Warum sollen die sich dieses Geschäft vermasseln.

Einwand 9:

Der Gesetzgeber kann doch kein Interesse haben, dass das so ist.

Stimmt. Nur haben die Politiker selbst bestimmte Interessen und die Lobbyisten haben das denen so toll vorgerechnet, dass alle ganz stolz darauf sind und daran verdienen. Übrigens: Das Gesetz können Sie nachlesen. Siehe unter: Links

Einwand 10:

Die Konzerne haben ja auch einen großen Aufwand mit der Verwaltung, Provisionen, und so weiter.

Stimmt nicht. Das macht die Software. Wenn man wirklich den Aufwand klein halten möchte, dann macht man ganz einfach ein Sperrkonto, wo Sie einzahlen und alle Ihre Prämien auch rein fließen. Das Geld darin, können Sie in Anlagen investieren, die wiederum auf dem Sperrkonto geführt werden. Fertig. Die Bank kriegt dafür einen kleinen Obolus und schon kann ich mit ein paar wenigen Beamten das ganze Konstrukt verwalten und brauch keinen riesigen Riesterrentenapparat, der nur wiederum Geld kostet und zur Versorgung zu befördernder Beamter dient. Das wäre staatliche Fürsorge.

Und warum sollen Sie und ich den Versicherern die Provisionen bezahlen? Es geht hier um Ihre und meine Rente.

So jetzt fällt mir im Augenblick nichts mehr ein. Falls Ihnen dazu noch was einfällt, dann schreiben Sie mir, dann kann ich das hier ergänzen.

Also nun lassen Sie sich ein Angebot machen oder nehmen Sie Ihren Vertrag und rechne einfach mal nach. Holen Sie sich die Exceltabelle, die Sie hier bekommen und füllen sie diese mit Ihren Daten. Dann können Sie genau nachrechnen, was bei Ihnen rauskommt. Dann haben Sie es für Ihren Fall schwarz auf weiß. Und dann frage ich Sie:

Ist das ein Geschäft für Sie oder nur für Ihre Versicherung?

Ich sage schon jetzt: Ganz sicher nicht für Sie.

Und wenn meine Aussage stimmt, dann schreiben Sie doch Herrn Riester, Ihren Abgeordneten, Bürgermeistern, und allen die Sie kennen und die was zu entscheiden haben, damit sich das ändert! Dann haben wir vielleicht alle was davon! Und informieren Sie Ihre Bekannten und Freunde. Je mehr das tun, desto eher können wir das korrigieren.

 

Gerhard Krug im November 2008